Wort des Pfarrers zum Monat Mai

Gelebter Osterglaube

Wunder im Volk

Durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk“ – so die Apostelgeschichte (5,12) über die Zeit nach Ostern.

Das Wunder, dass viele die Heil- und Hoffnungskraft der frohen Botschaft erfahren haben; das Wunder, dass in der Nähe der ersten Christen viele gesund wurden, aufatmen konnten, neu zu leben begannen – all diese Wunder geschahen offenbar nicht nur durch die Worte, sondern vor allem durch die Hände der Apostel. Durch ihr Handeln, durch ihren ganzen Lebensstil haben sie bezeugt, dass Jesus lebt!

Vielleicht werden deshalb so viele Menschen heute nicht mehr vom Evangelium erreicht, weil bei uns zwar viel geredet und diskutiert wird, geschrieben und von der Kirche „vor- geschrieben“, aber zu wenig im Sinn Jesu gehandelt und gelebt wird.

 

Wie das Wunder geschieht….

Das Wunder, dass jemand zum Glauben kommt, wieder aufleben kann und heil wird, wieder Mut fassen kann auch in gebrochenen und zerbrochenen Lebenssituationen, dass jemand im Evangelium seine Kraftquelle und seinen Wegweiser findet, das geschieht nur dann, wenn ein anderer ihn an der Hand nimmt und aufrichtet, ihn mit Respekt und Liebe behandelt und mit dem eigenen Glauben in Berührung bringt.

Da sind wir alle angefragt und vom Auferstandenen Christus gerufen.

 

Handlanger“ Jesu werden

Für Jesus Handreichungen ausführen, in seinem Sinn anderen die Hände reichen und sie so seine Kraft spüren lassen – so könnten wir unsere Berufung verstehen. Ganz im Sinn des bekannten Satzes: „Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.“ Und das bedeutet auch, dass wir nur darüber reden, was wir auch leben und praktizieren, dass wir nur von dem Glauben und den Überzeugungen reden, um die wir uns im täglichen Leben selber bemühen.

Die Regel der christlichen Gemeinschaft von Gnadenthal bringt es auf den Punkt: „Rede von Christus nur, wenn du gefragt wirst. Aber lebe so, dass man dich fragt….“

 

Durch die Hände“ der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk“.

Ich wünsche mir, dass wir immer mehr eine Gemeinde werden, in der etwas von der Gesinnung Jesu, von seinen Ideen und seiner heilsamen Nähe, von seinem Vertrauen und seiner versöhnenden Liebe „mit Händen“ zu greifen ist!

Ihr Pfarrer J. Zimmermann

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